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Ökonomie

 

Untersuchung von Windhöffigkeit und Ertragslage bestehender
WEA und potentieller Standorte im Südschwarzwald


Eckpunkte einer zukünftigen Förderung der Windkraft an Land
Änderung des EEG 2014. Eckpunktepapier und Referentenentwurf der
Bundesregierung


Der Gesetzgeber will, dass die Windkraft an Land gemäß eines gesetzlich festzuschreibenden
Ausbaukorridors weiter ausgebaut wird.
Als Instrument der Steuerung für den Zubau mit WKA dienen die festgeschriebenen Vergütungssätze
für eingespeisten Windstrom.
Die Förderung erfolgt im Rahmen eines zweistufigen Referenzertragsmodells.
Die Grundförderung wird über einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt.
Die Anfangsförderung wird mindestens 5 Jahre gewährt.
Die Förderhöhen werden im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens festgelegt.
Nach der Anfangsförderzeit von 5 Jahren wird die Standortqualität der WEA überprüft.
Bleibt eine WEA mit Ihrem Ertrag unter 77,5 % des Referenzertrages des jeweiligen Anlagentyps, so
wird die Anfangsförderung für 15 Jahre weitergezahlt. Wird ein Referenzertrag von 130 % erreicht, so
endet nach diesen 5 Jahren die Anfangsvergütung. Die Verlängerung der Anfangsvergütung zwischen
diesen beiden Standortgüten erfolgt linear. Die Grundvergütung wird bis nach Ablauf von insgesamt
20 Jahren nach Inbetriebnahme der Anlage gezahlt
Neuanlagen mit einem Referenzertrag von weniger als 77,5% erhalten somit 20 Jahre lang,
vollkommen risikolos die Maximalförderung über das EEG.


Dies steht im diametralen Gegensatz zur der im Koalitionsvertrag vereinbarten Aussage, dass
ertragsschwache Anlagen nicht mehr gefördert werden sollen!


Im Koalitionsvertrag ließ man sich sicher von der Erkenntnis leiten, dass sich die Belastungen durch
das EEG für die Wirtschaft und die Bevölkerung künftig noch deutlich verschärfen werden. Auf der
unvermeidbaren Suche nach Kostenentlastung wird man zwangsläufig auf unwirtschaftliche Anlagen
stoßen.
Insbesondere Baden-Württemberg ist ein Schwachwindgebiet, das sich nicht für die Erzeugung von
Windstrom eignet. Es kann deswegen nicht sinnvoll sein auch WEA mit unzureichendem Ertrag zu
fördern.
Anhand von Untersuchungen an bestehenden WEA und Windmessungen an potentiellen Standorten
legen wir eine Aufstellung vor, die den jeweiligen Ertrag darstellt.


Zur Tabelle „Windhöffigkeit und Ertrag von Windkraftstandorten im
Schwarzwald“

siehe Download auf der Unterseite "Zahlen"


Die Tabelle ist das Ergebnis von Untersuchungen der Erträge bestehender WEA und durchgeführter
Windmessungen an potentiellen Standorten vornehmlich im Hochschwarzwald.
Bei bestehenden Anlagen lassen sich bei Bekanntseins eines ein- oder mehrjährigen Windertrages,
des Anlagentyps, sowie der Höhenlage ü. NN die vorhanden gewesene mittlere
Windgeschwindigkeit, die erreichten Volllaststunden und der Teilertrag in Bezug auf den
Referenzertrag des Anlagentyps nachvollziehen und errechnen.
Bei durchgeführten Windmessungen lässt sich eine zu erwartende mittlere Windgeschwindigkeit in
einer bestimmten Höhe (z. B. Nabenhöhe auf 140 m) relativ sicher prognostizieren. Bei Annahme
eines bestimmten Anlagentyps lässt sich unter Berücksichtigung der Höhenlage über NN daraus der
zu erwartende Ertrag und die Volllaststunden errechnen. Damit hat man auch den erreichten
Teilertrag in Bezug auf den Referenzertrag der Anlage.
Zur besseren Verdeutlichung haben wir in den letzten beiden Spalten die jeweiligen Ergebnisse auf
die Referenzanlage Enercon E101 umgerechnet.


Ergebnisse unserer Untersuchungen


Mittlere Windgeschwindigkeit, Vergleich mit Windatlas
Der Vergleich der hier ermittelten jeweiligen mittleren Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe von
140 m mit den entsprechenden Angaben im baden-württembergischen Windatlas fördert erhebliche
Unterschiede zu Tage. Es zeigt sich bis auf wenige Ausnahmen, dass der Windatlas um 12,5% – 25 %
überhöhte Werte angibt.


Da die mittlere Windgeschwindigkeit quadratisch in die mathematische Formel zur Errechnung der
Leistung eingeht, sind die Auswirkungen erheblich. Bei angenommenen 5,0 m/s statt
prognostizierter 6,2 m/s, das sind -20%, beträgt die Ertragsminderung 35%!


Ertragslage der WEA
Die Mehrzahl der untersuchten WEA erreichen zwischen 1000 und 1400 Volllaststunden. Nur eine
Anlage erreicht 2200 Volllaststunden. Damit werden meist weniger als 50%, im Ausnahmefall 69%
des jeweiligen Referenzwertes erreicht. 70% im Einzelfall scheint das Maximum im Schwarzwald zu
markieren.
Nach dieser Untersuchung, die beliebig ausgeweitet werden könnte, kann nicht verwundern, dass
sich Meldungen über unzureichende Ertragslagen der WEA zumindest in Süddeutschland häufen.
Der Wind bietet schlicht keine Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb.


Auswirkungen auf Schwarzwald oder Baden Württemberg


Der Koalitionsvertrag war wohl so zu interpretieren, dass die Bundesregierung Windkraftanlagen für
förderwürdig hält wenn sie einen Ertrag zwischen 77,5% und 130% des Referenzertrages leisten.
Im Schwarzwald/Baden-Württemberg besteht rundweg ein deutlicher Abstand zum vorgesehenen
Mindestwert. Das Gros der Anlagen erreicht gerade mal 50% des Referenzwertes. Gleichwohl kann
davon ausgegangen werden, dass in anderen Gebieten Deutschlands die Referenzerträge auf breiter
Front erreicht oder deutlich überschritten werden.
Wir haben die Situation, dass hiesige Windräder niemals mit denen in Norddeutschland
konkurrieren können.
Eine weitere Förderung von so offensichtlich unergiebigen Anlagen erscheint volkswirtschaftlich
schädlich und sollte unter dem Aspekt knapper Finanzressourcen unterbleiben.

 


Diese Untersuchung wurde von Mitgliedern der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes
e. V. St. Märgen durchgeführt.
Folgende Grundlagen wurden verwendet:
Im Internet veröffentlichte technische Daten von bestehenden WEA und deren ein- und mehrjährige
Ertragsdaten.
Formular „Ertragsrechner“ der Website für Windenergiedaten der Schweiz. www. wind-data.ch
Im Internet veröffentlichte Referenzerträge verschiedener WEA. (Enercon E 101, NH 136 m)
Freiburg, 06.03.2014

 

 
Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes e.V.  | hj at oehm.de